Samstag, 05.11.2022

Einlass: 18:00 Uhr | Veranstaltung: 19:30 Uhr

Ines Papert, die Alpinistin

Früher war Ines Papert Wettkampfkletterin, eine der weltbesten. Eis und Fels sind ihre Elemente. Heute treibt es die Profibergsteigerin dorthin, wo vor ihr noch keiner war. Berge auf der ganzen Welt, zwischen Südamerika und dem Berchtesgadener Land. Ihr neuer Vortrag zeichnet das Leben einer erfolgreichen Sportlerin, einer alleinerziehenden Mutter, einer im Doppelpack kletternden Ehefrau. Es sind Rückblicke, Einblicke, Ausblicke einer großen Alpinistin, immer auf der Suche nach neuen Senkrechten.

RÜCKBLICK

Wettkämpfe im Eis, damit hat alles angefangen. Viermal wurde Ines Papert Weltmeisterin, ließ sogar die männliche Konkurrenz hinter sich. Ihre Stärken: Kraft, Riesentalent, absolute Willensstärke. Sie ist im entscheidenden Moment Hundertprozent fokussiert - auch mit Baby Emanuel im Gepäck. Denn Ines Papert ist alleinerziehend und Profi. Sie sagt: Dass ich meinem Sohn schon als Kind die Welt zeigen konnte, ist ein absolute Bereicherung für sein Leben. Und für unsere Beziehung. 

 

EINBLICK

Alpines Klettern löst ihre Wettkampfzeit ab. Bigwallklettern in Patagonien, Expeditionen im Frauenteam, oft nur zu zweit. Es ist die Königsdisziplin der Bergsteiger, pures Abenteuer. Das Auge, das die Linie im Berg sofort erkennt. Nicht die namhaften, sondern die unbekannten Ziele locken. Dort, wo man allein ist. In direkter Auseinandersetzung mit dem Berg, den alpinen Gefahren. Wohlwissend, dass der unbeschreibliche Gipfelmoment alle Strapazen vergessen lässt.

Ines Papert erfährt auch, was es heißt zu scheitern. Ein Unfall an der Marmolata Südwand beeinflusst ihr Leben, ihre Einstellung, ihre Toleranz fürs Risiko. Flexibilität bei der Routenwahl, das Abwarten der richtigen und sicheren Bedingungen werden ihr noch wichtiger. Beim dritten Anlauf am Kyzyl Asker in China lernt sie den slowenischen Spitzenbergsteiger Luka Lindi? kennen. Mit ihm erreicht sie endlich den Gipfel. Sie werden ein Team, am Berg und im Leben.

 

AUSBLICK

Gemeinsam planen sie neue Routen entlang der Panamericana, von Alaska bis Feuerland. Doch Corona kommt dazwischen. Sie können nur den ersten Abschnitt durchführen, filmen mit der eigenen Kamera, emotional und nah dran. Ausgebremst von der Pandemie entdecken sie gemeinsam neues Terrain, vor der Haustür, im Berchtesgadener Land und in Istrien, wo sie zwei alte Steinhäuser eigenständig renovieren. Für sich, für Freunde, für Bergsteiger aus der ganzen Welt.

 

„Die Alpinistin“ zeigt nicht nur den sportlichen Aspekt einer Ausnahmekletterin. Es ist das Bild einer starken Frau, die am Felsen und im Leben ihren Weg geht. Und die ihrem Publikum genau das mitgeben will: Dass es sich immer lohnt, seine Träume und Ziele zu verfolgen.

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